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KI-Studios: Startschuss für das zweite KI-Studio in Stuttgart und Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartner*innen

Veröffentlicht am 01. Feb 2024

Die Verbreitung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der betrieblichen Praxis in Deutschland steht gerade bei kleinen oder mittleren Unternehmen noch am Anfang. Damit das Potenzial von KI im Sinne der Beschäftigten voll ausgeschöpft und zu einem Motor für die deutsche Wirtschaft werden kann, muss Künstliche Intelligenz jetzt in der Breite der deutschen Unternehmenslandschaft Anwendung finden. Hierzu trägt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mit der Eröffnung des zweiten KI-Studios am 1. Februar in Stuttgart bei. Am neuen Standort des Projekts KI-Studios werden KI-Anwendungen am Arbeitsplatz erlebbar, die Möglichkeiten und Grenzen der Technologie in der Arbeitswelt vermittelt und Beschäftigte zur Mitgestaltung bei der Einführung von KI befähigt.

Gemeinsam Potenziale voll ausschöpfen

Bislang nur 12% der Betriebe, also etwa jedes achte Unternehmen in Deutschland, nutzt KI zur Unterstützung der eigenen Arbeitsabläufe. Dabei gibt es gute Gründe für die Nutzung von KI. So zeigen Studien, dass Beschäftigte mit Zugang zu einer solchen Technologie ihre Aufgaben schneller und besser lösen können. Klar ist auch, dass eine breite Anwendung von KI notwendig ist, um die globale Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu wahren.

Um die erfolgreiche und gewinnbringende Anwendung von KI in der Breite zu fördern, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit den KI-Studios ein Angebot geschaffen, mit dem Beschäftigte und ihre Interessensvertretungen erleben können, wie KI in ihrem Arbeitsumfeld eingesetzt werden kann. Das zweite KI-Studio in Stuttgart erweitert das Angebot des Projekts nun um einen weiteren Standort: Hier können Beschäftigte mehr über die aktuellen und zukünftigen Anwendungsbereiche von KI erfahren und ihre Fragen rund um die Technologie mit den Expertinnen und Experten vor Ort klären. Und nicht nur das: Mittels neuer interaktiver Demonstratoren, die die Einsatzmöglichkeiten von KI in unterschiedlichen Branchen veranschaulichen, können sie in realistische Praxisbeispiele für die Nutzung von KI am Arbeitsplatz eintauchen. In Workshops diskutieren sie die Vorteile und die Herausforderungen, die mit der neuen Technologie im Arbeitsalltag verbunden sind. Vor allem sollen Beschäftigte dafür sensibilisiert werden, dass ihre Mitwirkung im gesamten Prozess der Einführung und (Weiter-)Entwicklung von KI-Lösungen einer der zentralen Erfolgsfaktoren ist, um KI in der betrieblichen Praxis erfolgreich zu nutzen.

Stuttgart geht ans Netz

Am 1. Februar eröffnete Lilian Tschan, Staatssekretärin im BMAS, das neue KI-Studio in Stuttgart. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand eine Podiumsdiskussion mit Thomas Kniehl, Betriebsrat bei KAISER+KRAFT, Rebecca Beiter, Director Communications & Society von Cyber Valley, dem Abteilungsleiter von IT-Service Development bei den Badischen Versicherungen, Carsten Gauch, sowie dem KI-Experten bei TRUMPF, Claudius Messerschmidt.
Im Anschluss folgte ein Rundgang mit Vorstellung der neuesten interaktiven KI-Studios-Demonstratoren. Einer von ihnen zeigt, wie Sprachmodelle durch Formulierungsvorschläge Beschäftigte in der Kundeninteraktion unterstützen können. Ein weiterer Demonstrator zeigt eine mögliche Anwendung von KI für Pflegekräfte im betreuten Wohnen. Hier können Interessierte in die Rolle einer Pflegekraft schlüpfen und erleben, wie durch KI bereitgestellte Informationen den Arbeitsalltag erleichtern und bei der Pflege der Patient*innen helfen können. Außerdem beschäftigen sie sich mit der Frage, was für und was gegen einen Einsatz von KI in der Pflege spricht.

Weitere Informationen erhalten interessierte Unternehmen auf der Webseite des Projekts. Dort können sie auch Termine für die Nutzung der KI-Studios-Angebote vereinbaren.

Ein starkes Netzwerk für einen starken Standort

Am 2. Februar fand im neuen KI-Studio in Stuttgart der Kick-Off mit den neuen Netzwerkpartner*innen statt, deren Vorschläge für weitere praxisnahe Demonstratoren und zusätzliche Veranstaltungen im Ideenwettbewerb des Projekts überzeugt haben. Als Sozialunternehmen, Weiterbildungsanbieter oder Digitalagentur decken die Netzwerkpartner*innen unterschiedliche Branchen ab und tragen damit zum Projekterfolg in der Breite bei. Sie unterstützen das Projekt KI-Studios, um möglichst viele Beschäftigte in unterschiedlichen Regionen Deutschlands gezielt zu erreichen. Gemeinsam leisten sie einen Beitrag zur menschenzentrierten Entwicklung von KI und des KI-Standorts Deutschland.

Zu den neuen Partner*innen gehört zum Beispiel die EXIT3D GmbH, eine Expertin bei 3D-Technologien, die zum Projekt einen Mixed-Reality-Demonstrator für KI-gestütztes Küchenmanagement in der Gastronomie beisteuert. Die Digitalagentur b.ReX wird einen virtuellen Assistenz-Avatar für KI-basierte Problemlösung in der Produktion entwickeln, und die Innovationsexpert*innen von der Intuity Media Lab GmbH tüfteln an einem intelligenten Mikroskop. In der Kategorie „Veranstaltungen“ werden die cmt GmbH, die bwcon GmbH, mindful digital und die Oberlinhaus gGmbH innovative Workshops und Events in weiteren KI-Studios und bei Unternehmen vor Ort, zum Beispiel in Baden-Württemberg, in Hamburg, Schleswig-Holstein und in Brandenburg umsetzen. Alle Partner*innen des Projektes KI-Studios verfolgen das gemeinsame Ziel, Beschäftigte und ihre Interessenvertretungen durch interaktive und niedrigschwellige Angebote über KI-Anwendungen zu informieren und sie zu befähigen, ihre Perspektive bei der Einführung von KI-Systemen aktiv einzubringen und die KI-Anwendungen von heute und morgen mitzugestalten.

Beim Kick-Off präsentierten sich die Netzwerkpartner*innen zum ersten Mal ihre Ideen gegenseitig. Sie bekamen nicht nur die Gelegenheit, sich untereinander zu vernetzen, sondern lernten – unterstützt durch das Fraunhofer IAO-/IAT-Kernteam – auch die aktuellen zielgruppenspezifischen Angebote des Projekts mitsamt seinen wissenschaftlichen Grundlagen kennen.