In den Wirtschaftswissenschaften ist das Publikationstempo neuer Werke hoch. Deshalb arbeitet das Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) an einer KI-Lösung, die bei der Katalogisierung von Neuerscheinungen unterstützt.
War es Universalgelehrten wie Leonardo da Vinci oder Galileo Galilei noch möglich, das zu ihrer Zeit gesammelte Weltwissen einigermaßen zu überblicken, so wurde es für die vielseitig interessierten Gelehrten mit den Jahrhunderten immer mühsamer sich das Wissen der unterschiedlichen Fachgebiete anzueignen. Heute ist der Universalgelehrte von der Bildfläche verschwunden. Die explosionsartige Zunahme von akademischen Inhalten ist für einzelne Wissenschaftler*innen schon lange nicht mehr zu bewältigen und stellt eine der großen Herausforderungen der modernen Wissenschaften dar. Umso wichtiger ist die systematische Erfassung und Erschließung der zahlreichen neuen Publikationen.
Das ist in den Wirtschaftswissenschaften nicht anders als in anderen akademischen Disziplinen. Entsprechend ist die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft als die weltweit größte Spezialbibliothek für wirtschaftswissenschaftliche Literatur darum bemüht, möglichst viele Neuerscheinungen im Bereich der Wirtschaftswissenschaften zu erschließen, aufzubereiten und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die im Programmbereich „Bestandsentwicklung & Metadaten“ beschäftigten Mitarbeiter*innen kümmern sich um die Formal- und die Sacherschließung der Werke. Zum einen erfassen sie bibliographische Angaben wie Titel, Autor*in, Erscheinungsort, zum anderen notieren sie inhaltliche Aspekte, die anhand eines einheitlichen Vokabulars normiert abgelegt werden. Momentan kommen jährlich ca. 100.000 Ressourcen zum Bestand der ZBW hinzu, die Fachreferent*innen können aktuell jedoch nur 35.000 im Jahr davon verschlagworten.