Die Sicherheit von Arbeitsplätzen wird häufig diskutiert, wenn es um die Folgen von KI für die Arbeitswelt geht; ihre Akzeptanz ist wesentlich davon abhängig.
Der hier dargestellte Indikator zeigt, für wie wahrscheinlich die Befragten einer repräsentativen Umfrage (Sample: ab 18-Jährige in Deutschland) einen Arbeitsplatzverlust für (a) sich selbst, (b) Personen aus ihrem näheren Umfeld oder (c) Angehörige gesellschaftlicher Minderheiten und benachteiligter Gruppen einschätzen. Zur letzten Gruppe zählen unter anderem Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit Behinderungen oder Alleinerziehende.
Insgesamt erwarten nur wenige der Befragten umwälzende Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt in den nächsten fünf Jahren. Rund 14 % der Befragten vermuten, dass mehr neue Arbeitsplätze geschaffen als ersetzt werden, eine positivere Einschätzung als im Jahr 2020. Die geringste Gefahr für einen Arbeitsplatzverlust sehen die Befragten bei sich selbst: Nur 6 % halten den Verlust der eigenen Berufstätigkeit durch KI für wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich. Rund 15 % vermuten, dass Massenarbeitslosigkeit droht und etwas weniger glauben, dass Familienmitglieder, Freunde und Bekannte ihren Arbeitsplatz verlieren könnten (16 %). Die Erkenntnisse aus diesem Indikator stehen konträr zur häufigen Grundthese in Debatten, dass sich viele Menschen vor dem Einsatz von KI fürchten. Tatsächlich ist zu beobachten, dass die Einschätzung zur Arbeitsplatzsicherheit angesichts des vermehrten Einsatzes von KI im Vergleich zu 2020 positiver ist; Befürchtungen über den Verlust von Arbeitsplätzen haben also abgenommen.
Zentrale Ergebnisse des BMAS-Fachkräftemonitorings zeigen, dass im Vergleich zu heute in den nächsten fünf Jahren 1,4 Millionen Arbeitsplätze nicht mehr bestehen, gleichzeitig aber auch 1,3 Millionen neue Arbeitsplätze neu entstehen werden. Dabei werden Annahmen einer digitalisierten Arbeitswelt, der demografische Wandel, die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft sowie die Folgen der COVID-19-Pandemie berücksichtigt.
Wie unterscheiden sich diese Einschätzungen zwischen Männern und Frauen? Insgesamt sind Männer optimistischer als Frauen. Außerdem kann man erkennen, dass rund 8 % der Frauen keine Einschätzung zu einem möglichen Arbeitsplatzverlust durch KI abgeben können. Eine Begründung könnte darin liegen, dass sich Frauen weniger mit Technikthemen auseinandersetzen und weniger in solchen Berufen arbeiten, die sehr technisiert sind. Vergleicht man verschiedene Altersgruppen miteinander, fällt auf, dass Personen zwischen 18-35 sowie über 66 Jahren optimistischer bzgl. der Arbeitsplatzsicherheit sind. Dies kann daran liegen, dass jüngere Menschen vertrauter mit dem Themenbereich technologischer Fortschritt sind und Menschen über 66 in der Regel nicht mehr von Veränderungen der Arbeitswelt betroffen sind.